WAT PRAYOON: Alter Tempel in neuem Glanz



Jan 2009 | Rubrik: Kinder in Bangkok, Reise Thailand

Die lange überfällige Restauration des Tempels im alten Portugiesenviertel ist abgeschlossen – und hat unerwartete Schätze zu Tage gebracht. Diese werden nun unter dem Chedi in einem eigens dafür eingerichteten kleinen Museum gezeigt.

Hinter Panzerglas: Das heilige Geschenk aus Sri Lanka.

Hinter Panzerglas: Das heilige Geschenk aus Sri Lanka.

GRÖSSTER CHEDI IM STADTGEBIET
Wat Prayoon auf der Westseite der Memorial Bridge nahe Chinatown war schon immer einer der außergewöhnlicheren Tempel in Bangkok. Obwohl er in den letzten Jahren etwas verwahrloste, ist seine Geschichte einmalig: Bisher gibt es keinen zweiten Chedi dieser Größe in der Hauptstadt wie Wat Prayoon ihn hat. Zuvor versuchte König Rama II. den Bau einer großen Stupa am Ort des heutigen Golden Mount, doch der Untergrund hielt dem Gewicht nicht stand und das Bauwerk kollabierte. Leider war der aus Ceylon inspirierte Chedi im Wat Prayoon lange Zeit nicht zugänglich und der Friedhof mit dem eigenwilligen Schildkrötenteich wurde zur Hauptattraktion des Tempelgeländes: Ein künstlicher Erdhügel, aufgeschichtet wie aus Tropfkerzen mit unzähligen Schreinen, Tempelchen, Geisterhäusern und sogar einer kleinen Grotte thront darüber. Wir haben dort Schildkröten in Geschenkkorbgröße gefüttert, Bananen und Brote werden dazu am Eingang für 20 Baht samt Fütterstock angeboten – so macht ein Tempelbesuch auch Kindern Spaß.

RELIKT AUS SRI LANKA
Ende 2008 wurde die gesamte Anlage renoviert, einschließlich des Chedi. Eine hochheilige Gabe aus Sri Lanka, dem Mutterland des thailändischen Buddhismus, war angekündigt und Wat Prayoon sollte an seinem 180. Jahrestag in neuem Glanz erstrahlen: Ein Relikt des Buddha würde seine neue Heimat in Bangkok finden. Als die Mönche den Chedi zum Renovieren öffneten, so berichteten sie uns, fanden sie darin eine ganze Reihe alter Artefakte, Buddhastatuen und eine Schiefertafel mit Inschrift, die sie den Tempelbesuchern zugänglich machen wollten.

Mit der Restauration erstmals wieder zugänglich: Der Rundgang um den Chedi.

Mit der Restauration erstmals wieder zugänglich: Der Rundgang um den Chedi.

RUNDGANG UND MUSEUM NEU ERÖFFNET
In einem kleinen Museum, das Prinzessin Sirindhorn im Dezember feierlich eröffnete, sind diese neben dem Geschenk aus Sri Lanka zu besichtigen. Das Relikt selbst wurde nach alter Tradition auf einem Elefanten überbracht. Da sich dies auf dem Luftweg nicht so althergebracht umsetzen lässt, haben zwei handgefertigte Holzelefanten und eine Statue die Überreste Buddhas aus Anuradhapura nach Thailand begleitet. Als besonderer Nebeneffekt der Museumseröffnung ist nun auch endlich der Chedi selbst durch das Museum zugänglich. Ein Rundgang mit einem Säulengang am äußeren Rand kreist einmal um die Kuppel. An der Ostseite führt eine schmale Treppe auf die obere Plattform, die von 18 kleineren Kuppeln geziert wird. Die engen Wege und das strahlende Weiß der Säulen, Wände und des Chedi geben dem Ort eine entrückte Atmosphäre. So bedauerlich es ist, dass dieser Ort lange nicht zugänglich war, umso erfreulicher die Erweiterung des Spektrums zugänglicher Tempel in Bangkok um ein solch außergewöhnliches Bauwerk.

Text und Fotos: Alexander Heitkamp

info

WAT PRAYOON
  GUTE LAGE
Wat Prayoon liegt in Bangkok Thonburi in der Nähe von anderen Sehenswürdigkeiten und kann durch seine Lage an der Friendship Bridge gut in Tagestouren eingebunden werden. Wat Arun, Santa Cruz Kirche, Blumenmarkt, Siam Museum, Wat Pho, Chinatown und Royal Barques Museum gehören alle zur näheren oder weiteren Nachbarschaft des Tempels. Manche davon sind zu Fuß, andere mit Taxi, Tuktuk oder Expressboot schnell erreichbar.
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