VOIP: Nach Hause telefonieren



Feb 2007 | Rubrik: Ratgeber Thailand, Reisetipps

Mit VoIP schon heute günstig telefonieren – vor allem im Ausland

Noch vor drei Jahrzehnten war es reine Zukunftsmusik aus dem Science Fiction-Fernsehen, heute wird es immer mehr zur Normalität: Zwei Leute telefonieren miteinander und können den jeweils anderen dabei auf einem Bildschirm sehen. Tatsächlich können sich natürlich auch mehrere Personen in einer Konferenzschaltung unterhalten, die auf ganz unterschiedlichen Kontinenten sind – vorausgesetzt, sie haben die Zeitverschiebung im Griff.

Eine Technologie verliert ihren Schrecken

Am häufigsten wird die bestehende Technik aber noch für den ganz gewöhnlichen Fall benutzt: Oma und Opa sprechen mit ihren Enkeln am Telefon und können sie gleichzeitig betrachten: „Mensch, seid ihr aber groß geworden!” Möglich wird dies durch das Internet, oder besser: die zunehmende Bandbreite in den Haushalten. Denn trotz Webcam und Headset – mit einem kleinen 56K-Modem reicht es einfach nicht für die Bilddaten. Einfach erklärt, werden die aufgenommenen Ton- und Bildsignale umgewandelt und in Datenpaketen über die Internetleitung übertragen. Beim Empfänger werden die Daten dann wieder zurück in Sprachsignale formatiert und kommen mit zunehmend besserer Qualität aus dem Lautsprecher. Dies geschieht mit ganz unterschiedlichen Anbietern und Methoden, die wir uns hier näher ansehen werden.

SKYPE, SIPGATE & CO
Die einfachsten, unverbindlichen und kostenlosen Anbieter gibt es im Internet, etwa Skype und Google Talk (letztere noch ohne Bildsignale). Dafür wird ein kleines Programm zur Umwandlung und für den Verbindungsaufbau installiert und schon kann mit anderen Computernutzern kostenlos telefoniert werden. Vorausgesetzt, sie haben die gleiche Software installiert. – und genau hier wird die bisherige Schwäche des Systems deutlich. Zwar ist es gegen Aufpreis (je weiter entfernt, desto günstiger) auch bei Skype möglich, ein normales Telefon anzurufen, doch muss dazu noch immer der Computer bemüht werden.

Seit wenigen Jahren gibt es nun auch so genannte „Voice over Internet Protocol” (VoIP) -Telefone, die sich einen DSL-Anschluss mit dem Computer teilen. Damit das funktioniert, wird ein solches Telefon an den Router angeschlossen, mit dem sich auch der Rechner ins Internet einwählt – gibt es natürlich auch schnurlos. Ein dazwischen geschalteter Adapter (ATA) wandelt die Signale wie oben beschrieben um und das Telefon ist am Ende nichts weiter als Headset und Tastatur bei der Internet-Telefonie – weitere Kosten entstehen nicht. Experten rechnen damit, dass VoIP das herkömmliche Telefon in fünf bis zehn Jahren ersetzt haben wird.

Wer so lange nicht warten will, hat schon heute verschiedene Optionen. Noch in den Kinderschuhen stecken Anbieter wie Osnatel, die weiterhin die Installation einer Software verlangen. Schon viel mehr Zukunftsmusik spielt etwa Sipgate, im Grunde ein kostenloser Telefonanschluss mit Zusatzleistungen. Wer sich hier anmeldet, ist über eine eigene Telefonnummer von jedem normalen Anschluss erreichbar. Ein Anruf ins Ausland kostet nur zwei Cent, es gibt aber auch eine günstige Flatrate.

Besonders interessant für Deutsche im Ausland: Man bleibt über die gewählte Nummer mit beliebiger Vorwahl weltweit zum Ortstarif aus Deutschland erreichbar. Schon jetzt werden die Stärken des Systems deutlich, doch den wirklichen Durchbruch wird es geben, wenn die ersten VoIP-fähigen Handys Marktreife erreichen. Dann wird es in Stadtzentren mit fast lückenloser WLAN-Anbindung, etwa Heidelberg oder Bangkok, kaum noch Argumente für herkömmliche Telefone geben.

Text: Alexander Heitkamp

info
ANBIETER
 

Skype
Ganz einfach Guthaben hochladen und vom Rechner jedes Telefon der Welt anrufen
www.skype.com

Google
Noch ohne Bild und nur an andere Google-Teilnehmer
www.google.com/talk

Osnatel
Für vier Cent ins Festnetz – weltweit mit Osnatel
voip.osnanet.de

Sipgate
Telefonnummer, Voicemail und mehr für eine Flatrate – Erreichbarkeit zum Ortstarif
www.sipgate.de

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