SHOPPING: Tipps zum Anzug vom Schneider



Jan 2007 | Rubrik: Ratgeber Thailand

Er gehört zu einem Besuch in Bangkok wie Powershopping, Aromatherapie und Wochenendmarkt: Der Maßanzug vom Schneider.

Der Preis für einen Anzug in Maßanfertigung ist so gering, dass immer mehr Urlauber sich vor ihrer Heimreise noch schnell ein neues Outfit schneidern lassen. Doch auch für Geschäftsleute ist das Angebot längst kein Geheimtipp mehr, die Qualität kann sich sehen lassen – allein den niedrigen Preis möchte der Handelsreisende lieber verschweigen.

Rose Garden

Stoffproben im Laden von Mr. Suk.

Ob es also ein weißer Nostalgietrip aus “Saturday Night Fever” für Altweiberfastnacht werden soll, ein echter Kaschmir-Zweiteiler oder einfach nur ein ordentlicher Anzug für das Bewerbungsgespräch bei der neuen Firma, in Thailand ist alles möglich – und bezahlbar. Was in Deutschland maximal für einen Anzug von der Stange reicht, ist hier schon die oberste Preisklasse. Vernünftige Anzüge sind in Bangkok ab 80 Euro zu haben und sind in der Regel innerhalb von 24 Stunden fertig.

Wie aber finde ich den richtigen Schneider? Das Angebot ist groß und schwarze Schafe gibt es immer wieder. Wir haben Mr. Suk von “Inders Fashion” gefragt, er hat langjährige Erfahrung mit seinen Geschäften in den Sukhumvit Sois 11 und 22, rund 70 Angestellte und in zehn Jahren nur eine Reklamation: „In unserem Beruf stehen nicht die Anzüge im Mittelpunkt, sondern der Kunde. Ihm gehört der ganze Respekt, das Maßnehmen ist eine intime Situation und ohne Stil-, Schnitt- und Farbberatung geht hier gar nichts”. Wie man es aus einem guten Massagesalon in Thailand gewohnt ist, sollte man sich auch bei seinem Schneider verwöhnt und gut aufgehoben fühlen. Unrealistische Lockangebote und fragwürdige „Empfehlungsschreiben” verbietet schon der gesunde Menschenverstand. „Sechs ordentliche Kleidungsstücke oder einen echten Kaschmiranzug für unter 100 Euro herzustellen ist doch überhaupt nicht möglich”, schüttelt Mr. Suk den Kopf, „der Stoff ist dann natürlich Synthetik, die Arbeit schlampig.”

Viele Urlauber haben eine gewisse Scheu vor der Anprobe, ist man heutzutage doch die Privatsphäre der Kaufhaus-Umkleidekabine gewohnt. Wir bitten Mr. Suk, uns zu schildern, was den Kunden erwartet: „Zunächst klären wir Grundsätzliches: Farben, Stoffe und natürlich das Budget.” Eine Vorstellung, ob Freizeit- oder Business-Anzug, sollte man also schon vorher haben. „Ein guter Schneider macht dann eine Stilberatung und rät zu bestimmten Mustern oder Schnitten” – und sagt, wenn etwas überhaupt nicht passt: „Nur wenn der Kunde gut aussieht, sehen auch wir gut aus”. Da die Preisklasse schon vorher geklärt wurde, fühlt man sich auch nicht zu teureren Materialien gedrängt. „Bevor wir dann Maß nehmen, klären wir noch Details wie die Anzahl der Knöpfe usw. Mit unserer Erfahrung können wir daraus dann einen Anzug mit Hemd und Hose schneidern”.

Der Kunde entscheidet, ob er noch zu einer Anprobe kommt und letzte Anpassungen vornehmen lässt. Laut Mr. Suk immer eine Erfahrung, die den Kunden viel Spaß macht: „Man bekommt eben nicht jeden Tag soviel Aufmerksamkeit!” Selbstverständlich wird der fertige Anzug dann ins Hotel geliefert. Doch auch wer in seinem Urlaub die Gelegenheit verpasst hat, kann noch in den Genuss kommen: Mr. Suk fliegt jedes Jahr im Frühling und Herbst nach Europa um vor Ort Kunden zu treffen und Maß zu nehmen: „Das sind so eine Art ‘Tupperabende’ für Herren”, lächelt er, „wir gehen zu Firmen, die uns eingeladen haben, und nehmen dort Bestellungen entgegen. Wir lassen dann wie gewohnt in Thailand fertigen und verschicken die Anzüge per Kurier – Zoll inklusive und natürlich mit Geld-zurück-Garantie.” Mittlerweile macht das „Visiting Tailors”-Programm den Löwenteil seines Geschäftes aus und das, worauf er besonders stolz ist, „alles nur durch die Empfehlungen zufriedener Kunden!”

Text & Fotos: Alexander Heitkamp

  WEBLINKS
  Deutschsprachige Website von Mr. Suk mit Lageplan und Infos:
www.indersfashion.com
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