MALAYSIA: Eine Reise durch Südasien auf Penang



Jan 2007 | Rubrik: Reise Asien

Von Indien bis China: In Penang lässt sich die Vielfalt asiatischer Kulturen auf kleinstem Raum erleben.

Vom Straßenverkehr unbeeindruckt trottet eine indische Kuh an einem Tempeleingang mit bunten Krishna-Figuren vorbei. Auf der anderen Straßenseite arrangiert ein Händler seine Auslage; Henna, Currymischungen und Räucherstäbchen müssen vom Staub des Vormittages befreit werden. Eine Frau im bunten Sari kommt aus der ayurvedischen Apotheke, um sich am Roti-Stand ein Mittagessen mitzunehmen. Sie muss mit Kopf und Händen auf die Gerichte deuten, denn nebenan vom Videoladen dröhnt der Bass des neuesten Bollywood-Soundtrack. Wir sind in Malaysia, genauer gesagt im indischen Viertel von Penangs beschaulicher Hauptstadt Georgetown.

Penang

Indischer Tempel in Georgetown

Immerhin zehn Prozent macht die indische Bevölkerung auf der Insel in der Straße von Malakka aus, Malaysier und Chinesen jeweils 40 Prozent. Klar, dass es nicht wenige Ecken gibt, in denen man sich mitten im alten China glaubt, komplett mit Tempeln, Dim Sum Küchen und chinesischen Werbeplakaten. Auffällig sind die moderaten Schleier der malaysischen Frauen auf den Straßen. In friedlicher Einigkeit stehen dort Moscheen, Buddha- und Hindutempel, Mao-Schreine und katholische Kirchen im zur Kolonialzeit wichtigsten Handelszentrum der gesamten Region.

STADTWANDERUNG MIT PIRATEN
Doch auch landschaftlich ist die “Perle des Orients” immerhin so abwechslungsreich, dass Kulturinteressierte, Sonnenanbeter und Dschungel-Wanderer gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Sehenswürdigkeiten wie das alte Fort Cornwallis mit Leuchtturm, die St. George Kirche oder historische Gebäude vor allem in der Altstadt sind nicht immer restauriert und bewahren einen lebendigen Charme – man würde sich nicht wundern, wenn gleich eine Horde Freibeuter um die nächste Ecke biegt. Wer sich traut, bestaunt die (nun zahnlosen) Giftschlangen im berühmten Schlangentempel oder schließt seine Stadtwanderung beim über 30 Meter langen, liegenden Buddha im Chayamangkalaram Tempel ab. Von dort lässt es sich wunderbar zum Sonnenuntergang die Strandpromenade entlang in Richtung Hotel wandern.

UNBERÜHRTES STRANDPARADIES
Einen wahrhaft tropischen Anblick bieten das Schmetterlingshaus und eine Wanderung vom Botanischen Garten den Dschungel hinauf zum Penang Hill. Hier fährt normalerweise eine Seilbahn, die jedoch bis Ostern wegen Wartungsarbeiten geschlossen bleibt. Kek Lok Si, der größte buddhistische Tempelkomplex Südostasiens, steht ebenfalls im Landesinneren.

An Penangs Nordküste, nur eine kurze Fahrt mit dem Linienbus oder Taxi von Downtown Georgetown, liegen die Strandressorts Tanjung Bungah, Teluk Bahang und das bekannte Batu Ferringhi, alle mit Nachtleben und Discos. Wer es ruhiger mag, findet an der Westküste die für Malaysia typischen, noch heute fast unberührten Traumstrände mit azurblauem Wasser, die oft nur über Dschungelpfade erreichbar sind. Schnorcheltrips zu den umliegenden Inseln sind für weniger abenteuerlustige Reisende überall buchbar.

Penang

Chinesische Geschäfte an der Chulia Street

EINFACHE ANREISE
Mit dem Billigflieger kann man Penang von Bangkok, mit Linienflügen auch von Bangalore, Hong Kong, Singapur und natürlich China für wenig Geld erreichen. Es gibt eine regelmäßige Verbindung mit dem Nachtzug von Bangkok in das benachbarte Butterworth. Gerade von Thailand ist die Insel wegen ihres gleichmäßigen Klimas und den exzellenten Englischkenntnissen ihrer Bewohner eine willkommene Abwechslung.

Penang hat erstklassige Ressorts (Golden Sands, Rasa Sayang) und Golfplätze, gediegene Hotels (Bayview Beach Resort, Lone Pine Hotel), mit idealer Lage zwischen Strand und Stadtleben (Soho Bar, Shamrock, Carl’s). Für den kleineren Geldbeutel gibt es ein paar ordentliche Hotels in Georgetown (Hotel Malaysia, Merchant Hotel) und außerdem ist da noch die Gegend um Chulia Street. Hier steigen Rucksackreisende ab, etwa in der recht neuen und komfortablen 75 Traveller’s Lodge.

KULINARISCHE HÖHEPUNKTE
Wirklich berühmt ist Penang übrigens für seine Küche: Jede der vertretenen Kulturen in der Stadt hat ihre eigenen kulinarischen Kostbarkeiten mitgebracht und mit ganz eigenem Stil verfeinert. Nirgendwo sonst in der Region bekommt man so authentische Köstlichkeiten aus Indien, China, Thailand und eben Malaysia an jeder Straßenecke serviert. Im Januar gibt es drei große Feste, zu denen neben großem Spektakel natürlich auch die besten Spezialitäten aufgefahren werden: Das Hindu-Fest Thaipusam mit großer Prozession, die Feierlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan und das zweiwöchige chinesische Neujahrsfest.

Text & Fotos: Alexander Heitkamp

info

PENANG INFO
  Beste Reisezeit
ist im Januar und Februar, wenn der Niederschlag am geringsten ist. Die Temperaturen sind über das ganze Jahr gleich bei etwa 24-31 Grad. Für die meisten Nationalitäten reicht zur kostenlosen Einreise der Reisepass. Penang steht bei AirAsia schon ab 333 Baht im Angebot (Flughafengebühr einkalkulieren!) Taxipreise vom Flughafen sind reguliert und betragen umgerechnet etwa 2000 Baht nach Downtown.
www.airasia.com


An jedem letzten Sonntag im Monat ist der “Little Penang Street Market” mit seinem großzügigen Angebot ein Muss: Schmuck, Gewürze, Textilien, Handtaschen und vieles mehr wird hier zu traditioneller und moderner Livemusik angeboten.
www.lestariheritage.net/littlepenang

Für verregnete Tage ist das “3rd Dimension Board Game Cafe” eine interessante Abwechslung. Wer seine Runde Monopoly oder Siedler von Catan beendet hat, kann anderen Rollenspielern bei ihren Abenteuern zusehen.
www.boardgames.meetup.com/342

Wer einen tieferen Einblick in das historische Leben und die Kultur dieser ungewöhnlichen Insel gewinnen will, dem sei das Cheong Fatt Tze Mansion (Blue Mansion) ans Herz gelegt. Die Website gibt einen guten Vorgeschmack auf die detaillierte Tour des UNESCO -Projektes.
www.cheongfatttzemansion.com

  THAILAND VISA RUN
  Seit Oktober 2006 gelten in Thailand neue Visabestimmungen. Die Behörden haben es dabei vor allem auf die Praxis der häufigen Aus- und Einreisen abgesehen, durch die man praktisch unbegrenzt auf den kostenlosen 90-Tage-Stempeln im Königreich verweilen konnte.Mit Ablauf des Jahres ist auch die Schonfrist für bisherige Missbräuche zu Ende und ab sofort gilt, stark vereinfacht: Wer zum dritten Mal in Folge einen so genannten Visa-Run über die Grenze macht, muss erstmal draußen bleiben!Die legale Variante für Leute die länger bleiben möchten, sich aber für keines der vielen Non-Immigrant-Visa qualifizieren, ist ein Touristen-Visum, das es aber nur an ausgewählten Orten außerhalb Thailands gibt. Penang ist ein solcher Ort mit Thai-Generalkonsulat und ist wegen seines hohen Freizeitwertes zurzeit die beste Station für eine Visum-Reise außerhalb des Heimatlandes.

Royal Thai Consulate-General
No. 1, Jalan Tunku Abdul Rahman, 10350 Penang, Tel.: (60-4) 2268029, 2269484,
Email: thaipg@tm.net.my

Da sich die Bestimmungen häufig ändern, bitte vor Reiseantritt informieren – etwa über das englischsprachige Thailand-Forum ThaiVisa
www.thaivisa.com/forum

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